
Der Waldenserwappen
Der Leuchter - im vorliegenden Fall auf der Bibel stehend -
geht auf das Wappen der Grafen von Lucerne (Pellicetal) zurück.
Die Umschrift "LUX LUCET IN TENEBRIS" wurde dem Johannesevangelium entnommen
(Kapitel1, Vers 5): Das Licht scheint in der Finsternis.
Die sieben Sterne verweisen auf die Vollzahl der Gemeinden (Offenbarung des Johannes).
Die Waldenser
Der Name "Waldenser" geht auf den Kaufmann "Valdes" zurück,der 1176 in Lyon als Laie begann:
das Evangelium zu Predigen
Teile der Bibel in die Mundart der Provence undDauphine´ übersetzen ließ
den Reichtum der Kirche kritisierte
und die Kirche als Heilanstalt in Frage stellte
Erstaunlich schnell fand die Bewegung Anhänger von Spanien bis ins Baltikum. In Frankreich waren sie als die "Vaudois" bekannt. Auf dem 4. Laterankonzil 1215 wurden die Bischöfe verpflichtet die neue Bewegung als Ketzer aufzuspüren. Die katholischen Verfolger nannten sie auf lateinisch "Valdenses" Es folgen Jahrhunderte der blutigen Verfolgung die trotz des Toleranzedikts von Nantes 1598 kein Ende fand. So wurde auf den Befehl des Papstes Innocenz´ III ein neunjähriger Feldzug gegen die Ketzerei in Südfrankreich durchgeführt, in dessen Verlauf 60.000 Menschen von den Soldaten der Kirche hingeschlachtet und 20 Städte und Dörfer dem Erdboden gleichgemacht wurden.
Die Übriggebliebenen flohen in das Grenzgebiet der italienisch/französischen Alpen wo sie sich mit ihren Familien in den ertraglosen, unbewohnten Gebirgstälern niederließen und sich als Viehzüchter und Landwirte betätigten.
Auf Befehl der Kirche wurden sie aber auch in den Piemonttälern von den Söldnern der Inquisition immer wieder und immer härter angegriffen. Oft mußten sie mit ihren Kindern auf die kahlen Berge flüchten, wo manche im Schnee erfroren.
Allein im Frühjahr 1655 brachte eine Abteilung Soldaten 8000 Menschen bestialisch um. Als im Jahr 1681 ein neuer Angriff erwartet wurde beschlossen die Waldenser unter ihrem Pfarrer "Henri Arnaud", mit der Waffe Widerstand zu leisten. Nach großen Verlusten konnte nur noch ein Überrest in die Schweiz flüchten. Acht Jahre später kehrten sie zurück, wurden aber im Jahre 1698 endgültig aus ihren Gebirgstälern ausgewiesen. 3000 Flüchtlinge, unter ihnen auch ihr Anführer Henri Arnaud, kamen im Sommer 1699 nach Deutschland, wo sie im badischen, schwäbischen und hessischen Raum angesiedelt wurden.